Daisy.si – Die automatische Pflanzenbewässerung im Praxistest

Daisy.si – Die automatische Pflanzenbewässerung im Praxistest © Smarthelpers
Die meiste Zeit des Jahres erfreuen uns Pflanzen mit ihrer Schönheit und ihren Gaben. Nicht selten wird jedoch das mit Mühe erarbeitete Grün innerhalb von wenigen Tagen zerstört, sobald die Zeit oder die Gelegenheit zum Gießen fehlt. Dank des Daisy.si Gießsystems sollte ein ausgiebiger Sommerurlaub zukünftig problemlos überbrückt werden können. Was das Pflanzenbewässerungssystem alles kann, zeigen wir in diesem Ratgeber.

Der Daisy.si Lieferumfang

Das Daisy.si wird zusammen mit einem drei Meter langen Schlauch, vier Schlauchkupplungen, einer 6- auf 8mm-Adapterkupplung und einem T-Stück geliefert. Darüber hinaus findet sich ein kleiner Hinweiszettel im Lieferumfang, auf dem die URL- zum Konfigurationstool (Link) und zur englischen Bedienungsanleitung (Link) zu finden ist.

Die richtige Vorbereitung

Das Daisy.si-System ermittelt eigenständig die derzeitige Bodenfeuchte. Ist der Boden zu trocken, öffnet sich das integrierte Ventil und das Wasser kann fließen. Da das System jedoch über keine Pumpe verfügt, muss der Wasserfluss mithilfe von Kapillarität sichergestellt werden. Hierzu wird zuerst das eine Schlauchende in einen mit Wasser befüllten Behälter gehangen und danach am anderen Schlauchende so lange Unterdruck erzeugt, bis der Schlauch komplett gefüllt ist und das Wasser herauslaufen kann. Beim mitgelieferten 6mm-Schlauch reicht das Ansaugen mit dem Mund vollkommen aus, um den Schlauch zu füllen und den gewünschten Effekt zu erreichen. Da ein offener Wassereimer oder Ähnliches schnell verschmutzen kann, nutzen wir einen ehemaligen Mineralwasserbehälter, in dessen Verschluss wir ein Loch mir 7mm Durchmesser für den Schlauch und ein weiteres Loch mit 2mm Durchmesser für die Belüftung bohrten. Nach dem Einfädeln des Schlauchs, schoben wir am Ansaugende die mitgelieferte, verzinkte Mutter auf und brachten das zugehörige T-Stück zur Fixierung an. Natürlich kann jeder beliebige Wasserbehälter zum Einsatz kommen, es sollte jedoch darauf geachtet werden, das kein Schmutzwasser angesaugt wird.

Die Daisy.si Inbetriebnahme

Die Inbetriebnahme ist mit wenigen Handgriffen erledigt. Zuerst muss der Schlauch so zugeschnitten werden, dass ein Teil direkt zur Pflanze bzw. zur Wasserschale des Blumentopfes und der andere Teil zum Wasserbehälter führt. Nun wird die Zuleitung auf der linken Geräteseite angeschlossen. Hierfür wird zuerst eine der Kupplungen in den Daisy.si-Schlauch und dann in den Zuleitungsschlauch eingeschoben. Direkt danach wird das Gleiche mit dem Schlauchteil wiederholt, welcher das Wasser zur Pflanze bzw. zur Wasserschale des Blumentopfes leitet. Nun kann der Batterieschutzstreifen entfernt und der Sensor in die Erde eingeschoben werden. Hierbei muss darauf geachtet werden, dass keine scharfkantigen Steine den Sensorstab zerkratzen. Nach dem Einstecken sollte die Erde, welche sich rund um den Sensor befindet, leicht angedrückt wird. Der Daisy.si erkennt automatisch, dass er eingesteckt wurde und öffnet kurz sein Ventil. Diese Chance nutzen wir sofort und saugen mit dem Mund Wasser aus dem Wasserbehälter an. Sollte die Ventilöffnungszeit nicht ausreichen, um das Wasser vollends anzusaugen, kann der Daisy.si-Bodensensor kurz aus dem Boden entfernt und nochmals eingesteckt werden. Bei uns reichten zwei Anläufe zum vollständigen Befüllen des Wasserschlauches aus. Ist der Schlauch so platziert, wie von uns im Abschnitt „Die richtige Vorbereitung“ beschrieben, kann das Wasser aus eigener Kraft durch die Leitungen fließen.
 

Daisy.si - Zulaufmenge bestimmen

Während der Einstellung wird auch die Wassermenge abgefragt. Diese kann über einen Schieberegler bestimmt werden, indem man den Höhenunterschied zwischen dem Wasserspeicher und der Auslaufstelle angibt. Da die Wassersäule einen natürlichen Druck erzeugt, ändert sich mit zunehmender Behälterhöhe auch die Schlauchdurchflussmenge. Je größer der Höhenunterschied umso größer ist auch die Durchflussmenge. Dies sollte auf jeden Fall beachtet werden.

Daisy.si einrichten

Die Einrichtung des Daisy.si wird entweder über das  Web-Konfigurationstool (Link) oder über eine lokale Kopie (Link) der Webseite erledigt. Auf der englischsprachigen Oberfläche muss zuerst der gewünschte Betriebsmodus und die daraufhin erscheinenden Einstellungen gewählt werden. Wie genau sich diese unterscheiden, beschreiben wir in der folgenden Übersicht.

Der Daisy.si Automatikmodus

Im Automatikmodus wird die Erde automatisch auf dem gewünschten Feuchtigkeitslevel gehalten. Damit es beim Gießen nicht zum Überlaufen kommt, sorgt ein spezieller Algorithmus für ein allmähliches Befeuchten des Bodens. Die Auffangschale des jeweiligen Blumentopfs sollte trotzdem ausreichend groß sein, damit Wasser, welches nicht sofort aufgenommen werden kann, nicht ausläuft. Laut Entwickler eignet sich der Automatikmodus für „Blumentöpfe“ mit einem Aufnahmevermögen zwischen 0,5- und 100 Liter. 
 
Im Test funktionierte die automatische Gießfunktion problemlos, wenn der Wasserzulauf direkt auf die Erde und nicht in die Auffangschale gelegt wurde. Besonders praktisch fanden wir das Dropdownfeld für die benötigte Bodenbeschaffenheit. Wird hier die gewünschte Bodenart ausgewählt, passt die Software ganz automatisch das optimale Feuchtelevel an. Kennt man sich mit der eigenen Bodenbeschaffenheit nicht aus, kann die Pflanze wie gewohnt von Hand gegossen und dann die Option zum Speichern der gegenwertigen Feuchte aktiviert werden. Wird nun das Daisy.si in den Boden gesteckt, merkt er sich den derzeitigen Feuchtewert und sorgt zukünftig dafür, dass die Erde immer genau so feucht bleibt. Bei Bedarf können sogar leichte Anpassungen vorgenommen werden. Wirklich praktisch. Auch die LED-Anzeige ist anpassbar. Es kann gewählt werden wann, wie oft und wie lange die LED zu sehen sein soll. Sieht man von den Informationen ab, die man aus den LED-Farben ablesen kann, sorgte die LED im Blumentopf vor allem bei Dunkelheit für Aufsehen.

Daisy.si benutzerdefiniert Einrichten

Der benutzerdefinierte Gießmodus sollte vor allem Experten gefallen. In diesem Modus kann zusätzlich zu den aus dem Automatikmodus bekannten Möglichkeiten auch die gewünschte Wassermenge, der Abstand zwischen den Bewässerungen und die Anzahl der erneuten Gießversuche angegeben werden. Die Anzahl der Gießversuche soll eine zusätzliche Sicherheit bieten, falls erkannt wird, dass das Gießen den Feuchtewert nicht erhöht. Erhöht sich der Feuchtigkeitsgehalt nicht, weil beispielsweise der Wasserbehälter leer ist, meldet sich der kleine Gärtner optisch per LED und sogar akustisch per Piepsignal.

Zeitgesteuerte Bewässerung

Bei der zeitgesteuerten Bewässerung arbeitet Daisy.si brav den Terminkalender ab. Neben dem Gießintervall kann auch die gewünschte Wassermenge und die LED-Aktivität eingestellt werden. Der integrierte Feuchtesensor bleibt in diesem Modus also tatenlos. Vor allem dann, wenn gleich mehrere Pflanzen gegossen werden sollen, und die dafür benötigte Wassermenge bekannt ist, kann diese Option Gold wert sein.

Einstellungen übertragen

Die Übertragung der Einstellungen ist wirklich innovativ umgesetzt. Daisy.si benötigt weder WLAN noch Bluetooth. Stattdessen werden die vorher angelegten Konfigurationen per Lichtimplus übertragen. Wird das kleine Gerät mit der LED-Fläche über die in die Webseite integrierte Übertragungsfläche gehalten, liest der eingebaute Lichtsensor den generierten „Morsecode“ von der blinkenden Fläche ab. Hat die Übertragung geklappt, leuchtet die LED grün. Bei einem Fehler wird die LED rot. Im Test klappte die Übertragung per Smartphone genauso gut wie per Monitor.

Daisy.si Batterie tauschen

Der Daisy.si kommt mit der Energie von zwei AAA-Batterien rund zwei Jahre lang aus. Gehen die Batterien zur Neige, wird ein Warnton ausgegeben und die LED leuchtet rot. Die Batterieklappe ist mit einer Schraube gesichert. Wird diese mit einem PH-1-Kreuzschlitzschraubendreher entfernt, kann die Batterieklappe geöffnet und die Batterien ausgetauscht werden.

Fazit: Was bleibt zu sagen?

Das Daisy.si-Bewässerungssystem gefiel uns sehr gut. Die Einrichtung war schnell erledigt, die Programmübertragungstechnik sehr innovativ und die Testpflanze fühlte sich nach einer Woche Daisy.si- Behandlung pudelwohl. Sowohl ambitionierten Kleingärtnern als auch viel beschäftigten Geschäftsleuten bringt das Daisy.si-System die Freiheit, auch einmal längere Zeit abwesend sein zu können, ohne gleich das gesamte Grün der Wohnung einzubüßen. Der „Knackpunkt“ des Systems liegt derzeit einzig in dessen Verfügbarkeit. Momentan kann der kleine Helfer „nur“ direkt beim slowenischen Hersteller (Link) bezogen werden. Bei Versandkosten von unter 4 Euro nach Deutschland sollte dies jedoch kein Problem sein. Eine größere Barriere könnte die fehlende deutsche Benutzeroberfläche darstellen. Diese gibt es momentan allein auf englisch und slowenisch. Betrachtet man den Funktionsumfang und die im Test gezeigte Leistung, lohnt es sich aber aus unserer Sicht bereits jetzt, den geringen Mehraufwand bei der Einrichtung in Kauf zu nehmen und dafür einen entspannten Urlaub, ohne Sorgen um die eigenen Pflanzen, erleben zu können. Für die gezeigte Leistung vergeben wir unseren Innovations- und unseren ersten Umwelt-Award im Jahr 2016.
 
Smarthelpers Umwelt Award 2016  Smarthelpers Innovations-Award 2016
 
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Letzte Änderung am Sonntag, 24 April 2016 09:29
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Fabian Richter

Fabian Richter ist ein Technikverrückter der ersten Stunde. Die Kombination aus einem Studium der technischen Informatik mit der früheren Ausbildung zum Anlagenmechaniker ermöglicht ihm eine ganzheitliche Sicht auf nahezu alle Bereiche der Technik. In den letzten Jahren war er im Bereich der Hardwareentwicklung und der technischen PR tätig...

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