renkforce POF-Heim-Netzwerk-Starterkit im Praxistest

renkforce POF-Heim-Netzwerk-Starterkit im Praxistest © Smarthelpers
Conrad bietet unter seiner Eigenmarke  renkforce ein  „POF Heim-Netzwerk-Starterkit“ an, welches die Datenpakete nicht wie üblich per Strom, sondern mithilfe von Licht überträgt.
 
Tipp: Wir nutzen ein eigenes, innovatives Artikelkonzept. Damit Ihnen nichts entgeht, haben wir einen kleinen Artikelwegweiser für Sie verfasst. Viel Spaß beim Lesen!
 

Lieferumfang

Das Starterkit bring alles Nötige mit, damit sofort losgelegt werden kann. Neben einem 20 Meter langem Lichtwellenkabel, finden sich auch jeweils zwei Netzwerkkonverter, Netzwerkkabel, USB-Steckernetzteile und USB-Strom-Adapterkabel im Paket. Außerdem wird ein passendes Schneidwerkzeug für die POF-Kabel und eine leicht verständliche Bedienungsanleitung mitgeliefert.

Einsatzgebiete 

Lichtwellenleitungen, oder genauer gesagt „Polymere optische Fasern“ (POF), finden sich nur selten in der heimischen Kabelkiste. Grund hierfür ist zum einen der nicht unerhebliche Verlegeaufwand und zum anderen der Mangel an passenden Geräteschnittstellen. Dabei biete die Übertragung per Licht einige Vorteile, welche normale Kupferkabel in den meisten Fällen nicht bieten können. Vorteilhaft ist beispielsweise der vergleichsweise geringe Kabelquerschnitt, welcher die problemlose Verlegung in engen Kabelkanälen, unter den Teppichboden oder auch durch winzige Löcher hindurch ermöglicht. Da Lichtleiter unempfindlich gegen elektromagnetische Störung sind, können diese auch problemlos zusammen mit anderen elektrischen Bauteilen und Kabeln verlegt werden. Sollen Geräte gezielt gegen Überspannung geschützt werden, sorgt die POF-Leitung zudem für eine effektive galvanische Trennung der Netzwerkgeräte.
 

Richtiges verlegen von POF-Lichtwellenleitern

Wie bereits erwähnt, müssen beim Verlegen von Lichtleitern einige Dinge beachtet werden. Denn im Gegensatz zu üblichen Kabeln, übertragen Lichtwellenleiter die Informationen nicht über Elektrische-, sondern über Lichtimpulse. Da Licht bekanntermaßen nicht abbiegen kann, unterbricht ein Knick die Signalübertragung. Auch starkes Quetschen einer Leitung hätte den sofortigen Ausfall der Übertragung zur Folge. Damit das Signal trotzdem um die Ecke geleitet werden kann, muss der zum Kabel passende Biegeradius eingehalten werden. Der minimale Biegeradius des mitgelieferten POF-Kabels beträgt 10mm, was in etwa dem Radius eines 50 Cent Stücks entspricht. Hierbei muss jedoch beachtet werden, dass zwei Leitungen für die Übertragung benötigt werden – nämlich eins zum Senden und eins zum Empfangen der Daten. Diese beiden Leitungen sind im Auslieferungszustand direkt miteinander verbunden, wodurch das Biegen nur dann möglich ist, wenn das Kabel hochkant über den Boden führt. Sobald es also nötig ist, mit dem Kabel links oder rechts abzubiegen, sollten die Adern voneinander getrennt werden. Hierdurch bleibt der Kabelquerschnitt von 2,2mm erhalten, was das problemlose Verlegen unter Teppichboden oder Laminat ermöglicht. Zum leichten Trennen der zwei Leiter kann das mitgelieferte Werkzeug benutzt werden. Zur Fixierung der Kabel unter den eben genannten Fußbodenbelägen empfehlen wir Gewebeband, welches in jedem Baumarkt zu finden sein sollte. Bei Laminat sollte außerdem eine Trittschalldämmung zum Einsatz kommen. Diese hält hohe mechanische Belastungen vom Kabel fern und sorgt außerdem für ein deutlich besseres Laufgeräusch.

Anschluss der Lichtleiter an die Konverter

Damit das elektrische Netzwerksignal in Lichtimpulse umgewandelt werden kann, muss an den Lichtleiterenden jeweils ein Netzwerkkonverter angebracht werden. Dieser Konverter wird mithilfe von Netzwerkkabeln mit dem gewünschten Netzwerkgerät verbunden und dann per USB- Adapterkabel mit Energie versorgt. Dabei ist es nicht zwingend notwendig, die mitgelieferten Steckernetzteile zu verwenden. Es kann auch ein normaler USB-Anschluss als Energiequelle verwendet werden, wenn dieser 2,5W Ausgangsleistung liefern kann. Bevor der Konverter jedoch an den PC, den Router oder an den Smart-TV angeschlossen werden kann, muss dieser mit dem Lichtwellenleiter verbunden werden. Das POF-Kabel sollte dann bereits fest verlegt sein, da das mitgelieferte Schneidwerkzeug nur für maximal vier saubere Schnitte verwendet werden darf. Es ist also ratsam, alles gut vorzubereiten. Der eigentliche Anschluss des POF-Kabels gestaltet sich einfach, sollte aber mit größter Sorgfalt durchgeführt werden. Denn der richtige Sitz der Lichtleiter ist maßgeblich für die spätere Übertragungsleistung verantwortlich.

Erreichte Übertragungsgeschwindigkeiten

Renkforce gibt die maximale Geschwindigkeit des POF-Starterkits mit 200Mbit an. Wir testeten das Kit mit der vollen Lichtleiterlänge von 20 Metern. Wie bei all unseren Netzwerktests prüften wir zuerst die Durchsatzrate von einer, und gleich darauf von 20 gleichzeitigen Verbindungen mittels Jperf. Hierbei wurden maximale Übertragungsraten von 169Mbit bis 189Mbit ermittelt.
Am wichtigsten war uns allerdings der darauf folgende Praxistest, bei dem wir zuerst eine 3,6Gb große Datei und danach die gleiche Datenmenge, aufgeteilt in viele kleine Dateien, übertrugen. Für die Übertragung der Einzeldatei vergingen zwei Minuten und 49 Sekunden. Für die vielen kleinen Dateien wurden zwei Minuten und 59 Sekunden benötigt. Die Übertragungsrate beim Übermitteln der einzelnen Datei lag bei durchschnittlich 199 Mbit. Auch bei den Reaktionszeiten verhielt sich das POF-System unauffällig. Mit weniger als einer Millisekunde Verzögerung kam der gesendete Ping wieder bei uns an.

Energieverbrauch

Der Energieverbrauch der beiden Konverter lag, solange kein nennenswerter Netzwerkverkehr vorhanden war, bei 2,7 Watt. Bei Volllast wurden 3,1 Watt verbraucht. Die Steckernetzteile blieben dabei angenehm kühl. 
Tipp: Auch wenn sich die Steckernetzteile von ihrer besten Seite zeigten, empfehlen wir, falls dies möglich ist, auf vorhandene USB-Anschlüsse am PC, Smart-TV, oder dem Router zurückzugreifen. Dies sollte eine Energieeinsparung von rund 10% bewirken, da die Effizienz von Steckernetzteilen meist bei rund 90% liegt. Die Mehrbelastung des vorhandenen Gerätes durch den Konverter sollte die Effizienz des vorhandenen Netzteils nicht maßgeblich verschlechtern, wodurch das eine oder andere Watt eingespart werden kann. Werden die angeschlossenen Netzwerkgeräte abgeschalten, wechseln die Konverter nach ein paar Minuten in den Standby-Modus. In diesem Zustand zieht jeder der Konverter lediglich 0,5 Watt aus der Steckdose.
 

Fazit: Was bleibt zu sagen?

Das renkforce „POF Heim-Netzwerk-Starterkit“ funktionierte zuverlässig, die Performance lag, wie auf der Verpackung versprochen, bei rund 200Mbit und die Einrichtung war in wenigen Minuten erledigt. Natürlich sollte für das Verlegen der Leitungen etwas Zeit eingeplant und die Verlegetipps zudem genau beachtet werden. Wird beim Anschluss außerdem auf Sauberkeit und den richtigen Sitz der Adern geachtet, bietet die Lichtleiter-Netzwerklösung eine perfekte Ergänzung zum normalen Kabelnetzwerk. Gerade dort, wo eine stabile, sichere und schnelle Datenübertragung benötigt wird, würden wir diese Übertragungsvariante einem WLAN- oder DLAN-Netzwerk vorziehen. Von uns erhält das Kit eine klare Empfehlung und damit den ersten Smarthelpers-Approved-Award im Jahr 2015.
 
Smarthelpers Approved Award
 

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Letzte Änderung am Sonntag, 24 Januar 2016 19:28
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Fabian Richter

Fabian Richter ist ein Technikverrückter der ersten Stunde. Die Kombination aus einem Studium der technischen Informatik mit der früheren Ausbildung zum Anlagenmechaniker ermöglicht ihm eine ganzheitliche Sicht auf nahezu alle Bereiche der Technik. In den letzten Jahren war er im Bereich der Hardwareentwicklung und der technischen PR tätig...

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