ODYS Phonetab 2 im Praxistest

ODYS Phonetab 2 im Praxistest ©ODYS
Tablets sind nicht mehr aus unserem Umfeld wegzudenken. Bilden sie doch die Brücke zwischen dem Smartphone und dem Laptop. Doch taugen die kleinen Flachmänner nicht nur fürs schnelle Surfen unterwegs. Mittlerweile eröffnen unzählige Apps nahezu unbegrenzte Einsatzmöglichkeiten – auch das Steuern des Smarthomes ist möglich. Zusätzlich zu den Standardfunktionen spendiert Odys seinem sieben Zoll großen Phonetab 2 zusätzlich eine Telefonfunktion und mobiles Internet.
 

Lieferumfang

Das Phonetab wird zusammen mit einem Mikro-USB-Kabel, einem 5V-Netzteil mit 7,5Watt Ausgangsleistung, einer Beschreibung und einer Garantiekarte ausgeliefert. Dem Netzteil liegt ein weiterer Adapter bei, der das Netzteil auch in Großbritannien nutzbar macht. Im Auslieferungszustand befindet sich eine Displayschutzfolie auf dem Display. Eine gute Idee, die leider einen kleinen Detailfehler aufweist. Denn die Folie besitzt eine kleine Nase, welche das spätere Abziehen erleichtern soll. Diese Nase sorgt jedoch dafür, dass sich die Folie, beim Einstecken in eine Tasche, selbst vom Display entfernt. 
Bereits auf dem Odys vorinstalliert ist der ES-Dateiexplorer und der ES-Task-Manager. Außerdem gibt es eine Vollversion des Kingsoft-Office-Pakets.

Gerätedetails

Im kleinen Phonetab arbeitet ein mit maximal 1,3Ghz getakteter MediaTek- Vierkern-Prozessor, welcher von einem Gigabyte DDR 3-RAM unterstützt wird. Um die Grafik kümmert sich ein Mali-400-MP2 Chipsatz. Die Bilddarstellung wird von einem mit 1024x600 Bildpunkten auflösenden Flachbildschirm mit LED-Hinterdrundbeleuchtung übernommen. Das Gerät verfügt zudem über acht Gigabyte internen Speicher, auf dem Fotos, Musik und dergleichen abgelegt werden können. Wem dies nicht ausreicht, der kann den Speicher per Mikro-SD-Karte um bis zu 32GB erweitern.
 
Kommunizieren kann das Phablet über Bluetooth 4.0, 300Mbit-WLAN sowie per GSM und UMTS. Auch GPS ist integriert. Als Betriebssystem kommt das leicht angestaubte Android 4.2.2 zum Einsatz. Dieses ist sehr gut an das Gerät angepasst und lief während des gesamten Tests ohne ein einziges Problem. In Bezug auf Bluetooth 4.0 wäre ein Update auf Android 4.3 oder 4.4 aber ratsam, da ansonsten die meisten Bluetooth 4.0 Funktionen nicht genutzt werden können.
 
Die Touchoberfläche besteht nicht aus kratzunempfindlichem „Gorilla Glass“ und sollte daher möglichst vor harten und scharfen Gegenständen geschützt werden. Die Rückseite besteht aus griffigem, gummiertem Kunststoff und zeigte sich im Test erstaunlich robust. Insgesamt macht das Gehäuse einen stabilen Eindruck und gibt keinerlei Eigengeräusche von sich.
Tipp: Die für die Telefonfunktion wichtige IMEI-Nummer ist nur sehr zart auf den unteren Teil der Geräterückseite gedruckt. Da diese unter Umständen später einmal gebraucht werden könnte, sollte die Nummer gleich am Anfang notiert und an einem sicheren Ort aufbewahrt werden. Die Nummer wird im Gerätedisplay angezeigt, wenn anstatt einer Telefonnummer, die Zeichen „ *#06# “ eingeben werden.

Inbetriebnahme

Die Einrichtung geht leicht von der Hand. Die SIM-Karte wird in den oberen Rand eingeschoben und rastet automatisch ein. Direkt daneben kann auch eine Mikro-SD-Karte eingefügt werden. Auch der Kopfhörer und der Mikro-USB-Port befinden sich im oberen Rand. Natürlich kann das Phonetab auch ohne eine SIM oder Speicherkarte in Betrieb genommen werden. Der Einschalttaster befindet sich, zusammen mit den Tastern für die Lautstärke, an der rechten Geräteseite. Soll das Phablet gestartet werden, muss der Taster für ein bis zwei Sekunden gerückt werden.
 
Sobald der Bootvorgang abgeschlossen ist, wird man Schritt für Schritt durch die Softwareeinrichtung geleitet. Die Einrichtung geht schnell und leicht von der Hand – ein Google-Konto ist allerdings Pflicht. Die Einstellungen sollten nicht einfach durchgeklickt werden. Gerade bei der „Freigabe“ von Standortdaten sollte man sich vorher überlegen, ob man dies wirklich wünscht. 

Audiowiedergabe

Der integrierte Mono-Lautsprecher machte sowohl bei der Musik als auch bei der Filmwiedergabe eine gute und ausgeglichene Figur. Auch bei maximaler Lautstärke gab dieser keinerlei Störgeräusche von sich – ein Basswunder sollte man jedoch nicht erwarten.

Performance

Das kleine Phonetab zeigte sich erstaunlich agil. Der kapazitive Touchscreen reagierte ohne jegliche Verzögerung und die Apps wurden in Windeseile geöffnet. Die gute Performance überraschte uns, denn es stand dem deutlich teureren LG-Optimus-4XHD-Smartphone gefühlt in nichts nach. Spiele wie Temple Run oder Angry Birds konnten ohne Probleme gespielt und Filme ruckelfrei wiedergegeben werden.
 

Display

Konnten wir uns über die Performance und Ausstattung nicht beklagen, lässt das Display leider Platz für Kritik. Dieses wirkte etwas matt und ein wenig farblos. In den typischen Haltepositionen war das Display zwar gut lesbar - allerdings nicht aus jedem Sichtwinkel. Da ein Helligkeitssensor fehlt, muss die Displayhelligkeit von Hand eingestellt werden. Positiv fiel das Display aber beim Lesen von E-Books auf. Diese konnten auch über einen längeren Zeitraum ermüdungsfrei gelesen werden, ohne das die Augen schmerzten oder das Tablet zu warm wurde.
 

Die Kameras

Die zwei Megapixel-Hauptkamera erwies sich im Test als wenig brauchbar. Waren Bilder, die unter freiem Himmel geschossen wurden, noch halbwegs annehmbar, gab es beim Fotografieren in Räumen keine vernünftigen Ergebnisse. Auch Detailaufnahmen von Texten oder dergleichen klappten nicht. Ausreichend war hingegen die in der Front integrierte Webcam. Diese eignete sich wunderbar für Videochats.

Telefon für große Hände

Mit dem Phonetab 2 lässt sich telefonieren wie mit einem normalen Android-Smartphone. Für kleine Hände ist es jedoch etwas schwierig, das Tablet bequem festzuhalten. Hier könnte ein Headset Abhilfe schaffen, welches jedoch nicht im Lieferumfang zu finden ist. Für Unterwegs bieten sich an dieser Stelle Bluetooth-Headsets an. Mit diesen kann das Phonetab in der Tasche verbleiben und trotzdem bequem telefoniert und Musik gehört werden. Wir testeten das Gerät zusammen mit dem „InLine In-Ear Bluetooth Stereo Headset“ , welches wir in nächster Zeit auch in einem kurzen Einzeltest vorstellen werden. Zusammen mit dem Headset fiel die Displaygröße auch unterwegs nicht störend auf.

Akkulaufzeit

Zum Ermitteln der Akkulaufzeit testeten wir das Phonetab in verschiedenen praxisnahen Szenarien. Uns interessierte, wie lange das „Tablet“ Filme abspielen oder als E-Book-Reader durchhalten konnte. Da die Telefon-GSM-Empfangsqualität und auch die Netzanbieterwahl die Messwerte stark beeinflussen würden, entfernten wir die SIM-Karte während dieser Tests. WLAN ließen wir jedoch aktiviert. Die Standby-Akkulaufzeit als übergroßes Telefon ermittelten wir in einem extra Testdurchlauf.
 
Für den E-Book-Lesetest stellten wir die Hintergrundbeleuchtung auf für die Augen angenehme 60% des Maximums und öffneten ein Buch mit der Amazon-Kindle-App. Nach 7Stunden und 46 Minuten Lesezeit schaltete das Gerät ab. Trotz der dauerhaft angeschalteten Hintergrundbeleuchtung wurde die Geräterückseite nur handwarm.
 
Beim zweiten Test spielten wir einen Film in HD-Auflösung ab und notierten die verbleibende Akkukapazität. Da das Gerät aufgrund der FAT-32-Dateisystembeschränkungen nur Dateien mit einer Größe von maximal vier Gigabyte verwalten kann, griffen wir auf die Videodatei per Netzwerkfreigabe zu. Dies kostete noch etwas extra Energie. Nach rund 1,5 Stunden Filmwiedergabe bei maximaler Gerätelautstärke und Displayhelligkeit blieben noch 73% Akkuladung übrig.

Ladezyklus

Wird das mitgelieferte 1,5A Netzteil benutzt, werden rund drei Stunden für eine Akkuladung benötigt. Es sollte aber möglichst das mitgelieferte, bzw. ein hochwertiges Mikro-USB-Kabel zum Aufladen genutzt werden. Im Test zeigte sich, dass sich die Ladeleistung von 7,6 Watt auf 2,1 Watt reduzierte, sobald minderwertige Mikro-USB-Kabel verwendet wurden.
 

OTG-Funktionalität

Die OTG-Funktionalität prüften wir mit dem InLine Dual Flex –OTG-Adapter, welcher neben einem USB-Port auch einen Kartenleser zur Verfügung stellt. Kaum war der der Adapter eingesteckt, wurde die 32 Gigabyte große Mikro-SD-Karte, welche sich bereits im Kartenleser befand, vom Phonetab erkannt und der Inhalt zur Verfügung gestellt. Entfernten wir die Karte, konnten USB-Geräte wie eine Maus oder auch ein USB-Stick angeschlossen werden.

Internet

Beim Ermitteln der Internet-Praxistauglichkeit testeten wir zum einen, wie lange das Tablet beim Browsen durchhalten kann und zum anderen, ob die angezeigten Webseiten gut lesbar dargestellt werden. Die Displaygröße erwies sich als groß genug, um die meisten Webseiten gut lesbar darstellen zu können. Beim Surfen auf Smarthelpers.de oder Facebook hielt der Akku rund 6,5 Stunden durch und die Beiträge waren gut lesbar. Auch hier blieb das Gerät handwarm und die rutschhemmende Rückseite ermöglichte langes, ermüdungsfreies Festhalten.

Fazit: Was bleibt zu sagen?

Das Odys Phonetab 2 bietet einen guten Mix aus Telefon und Tablet. Zwar müssen beim Display und besonders bei der Kamera einige Abstriche hingenommen werden, dafür stellt das Gerät die für den Alltag wirklich wichtigen Funktionen zuverlässig, schnell und ausdauernd zur Verfügung. Trotz der Displayschwächen eignet sich das Phonetab wunderbar fürs Surfen, E-Book lesen oder auch zum Anschauen von einem oder gleich mehreren Filmen unterwegs. Da das Phablet, aufgrund seiner Größe, beim Telefonieren etwas unhandlich ist, legen wir den Einsatz eines extra (Bluetooth) Headsets ans Herz.
 
Technische Daten und die Bezugsquelle
Produktname / Hersteller: Xelio Phonetab 2 ODYS
Webseite:
www.odys.de  
Prozessor / RAM: 1,3 GHz QUAD Core Processor (MT 8382) 1 GB DDR III RAM
Bildschirm:
7 Zoll / 1.024 x 600  Format: 16:9
Grafikprozessor:
Mali-400-MP2  
Micro-SD-Slot: Ja  bis zu 32 GB

Durchschnittliche Akkulaufzeit:

7 Stunden
 
Besonderheiten: GPS, GSM/2G, UMTS/3G, WLAN 802.11 b/g/n  
Betriebssystem:
Android™ 4.2.2  
Preis: 129 Euro  (Stand 08/2014)

Bezugsquelle:

www.conrad.de  Datenblatt
Lieferumfang: Ladegerät, Micro-USB-Kabel, Bedienungsanleitung, Garantiekarte  

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Letzte Änderung am Sonntag, 24 Januar 2016 20:29
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Fabian Richter

Fabian Richter ist ein Technikverrückter der ersten Stunde. Die Kombination aus einem Studium der technischen Informatik mit der früheren Ausbildung zum Anlagenmechaniker ermöglicht ihm eine ganzheitliche Sicht auf nahezu alle Bereiche der Technik. In den letzten Jahren war er im Bereich der Hardwareentwicklung und der technischen PR tätig...

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