Tesa Clean Air - Feinstaubfilter für Laserdrucker im Praxistest

Tesa Clean Air - Feinstaubfilter für Laserdrucker im Praxistest © Smarthelpers
Laserdrucker und Kopierer stehen unter Verdacht, durch Feinstaub und andere „Ausdünstungen“ die Gesundheit zu schädigen. Auch wenn die Meinungen zur Schädlichkeit der ausgestoßenen festen und flüssigen Kleinstpartikel bisher stark auseinandergehen, ist derzeit nur wenig über die Langzeitwirkung auf den Organismus bekannt. Das vorsorgliche Filtern der vom Gerät ausgeblasenen Abluft kann also nicht schaden. Hierfür bietet Tesa einen Feinstaubfilter an, welcher mit wenigen Handgriffen am Gerät befestigt werden kann.
 

Lieferumfang

Wozu einen Feinstaubfilter?

Nachgewiesenermaßen stoßen Laserdrucker beim Drucken Kleinstpartikel aus. Dabei handelt es sich nicht nur um das extrem feine Tonerpulver, sondern vor allem um Überbleibsel des Druckvorgangs. Dies ist leichter zu verstehen, wenn man sich die Funktionsweise eines solchen Druckers einmal genauer anschaut. Bei einem Laserdrucker werden die Buchstaben und Bilder nicht mit einem Laser ins Papier gebrannt. Der Laser markiert vielmehr die gewünschten Bereiche auf der „Druckrolle“, an denen später der Toner haften bleibt. Die Rolle walzt anschließend den Toner auf das Papier. Damit das Kunstoff-Tonerpulver nach dem Aufbringen nicht wieder abgewischt werden kann, wird es im letzten Arbeitsschritt so stark erhitzt, dass es buchstäblich mit dem Papier verschmilzt. Bei diesem Erhitzen verdunsten jedoch sowohl Bestandteile des Papiers als auch des Toners. Diese Bestandteile werden danach in fester und „flüssiger“ Form aus dem Gerät geblasen. Ein Feinstaubfilter fängt diese Teilchen auf und verhindert damit die Verbreitung im Raum. Zwar ist noch nicht geklärt, wie gefährlich die ausgestoßenen Nanopartikel wirklich sind, es darauf anzulegen könnte jedoch gefährlich sein. Denn schauen wir in die Geschichte, musste über die Gefahr von Asbest ganze 70 Jahre diskutiert werden, bevor die Asbestfaser offiziell als krebserregend bewertet wurde.
 

Vorbereitung

Vor der Anschaffung eines Filters sollte zuerst geprüft werden, ob ein passender Filter für das eigene Druckermodell angeboten wird. Hierfür bietet tesa eine Webseite an, auf der die unterstützen Druckermodelle angezeigt werden. Findet sich das eigene Modell in der Liste, wird neben der benötigten Filtergröße auch der richtige Montageort angezeigt.

Montage

Vor der Anbringung muss der Bereich um den Luftauslass gereinigt werden. Hierfür sollten nur rückstandslose Reiniger genutzt werden. Ein feuchter Lappen mit etwas Spülmittel eignet sich hierfür genauso gut wie Desinfektionsmittel ohne Zusätze. Ist die gereinigte Fläche trocken, muss die Schutzfolie vom Klettband entfernt und gleich darauf der Filter ans Gerät angedrückt werden. Um einen langen Halt zu garantieren, sollte der Filter nun noch einmal vorsichtig entfernt werden, damit das Klettband, welches sich nun am Gerät befinden sollte, fest mit dem Finger angedrückt werden kann. Ist dies getan, kann der Filter endgültig angebracht werden.

Nicht ganz dicht…

Der Filter wird mithilfe von selbstklebendem Klettband am Gerät befestigt. Dieses ist jedoch nur links und rechts am Filter angebracht. Warum nicht alle vier Seiten mit Klettband versehen wurden, ist uns nicht klar. Denn die fehlende Befestigung lässt einen Spalt zwischen Drucker und Filter entstehen. Dieser rund 1,5mm breite Spalt lässt die belastete Luft ungehindert an der Ober- und Unterseite austreten – aber dazu später mehr.

Optimierung

Wärmeentwicklung

Beim Test mit unserem Samsung ML-1640 Drucker konnten wir nach dem Drucken von 20 Testseiten keine nennenswerte Wärmeentwicklung feststellen.
 

Haltbarkeit

Laut tesa sollte der Filter alle 70000 Seiten oder mindestens einmal im Jahr ausgetauscht werden. Während wir durchaus nachvollziehen können, dass der Filter nach 70000 Seiten getauscht werden sollte, leuchtet uns der jährliche Wechselintervall nicht ein. Denn wird der Drucker nicht benutzt, werden auch keine Partikel in den Filter geblasen. Und da der Filter kein Mindesthaltbarkeitsdatum besitzt, sollte er auch nicht am ungenutzten Drucker altern.
 
Unser Tipp: Überprüfen Sie die Farbe des Filters. Ist dieser stark verschmutzt, sollte er über den Hausmüll entsorgt und durch einen neuen ersetzt werden – ist er jedoch noch weiß bzw. leicht grau, wird er noch zuverlässig funktionieren. Beachten Sie zudem beim Wechsel, dass der Filter sofort nach dem Entfernen in einer verschlossenen Tüte entsorgt wird. Somit verhindern Sie das versehentliche Verbreiten von konzentriertem Feinstaub im Raum.
 

Fazit: Was bleibt zu sagen?

Ein Laserdrucker ist zweifelsohne eine tolle Sache. Er druckt schnell und zuverlässig und ist dabei sogar extrem wartungsarm. Die Ungewissheit über die Wirkung der ausgestoßenen Partikel schmälert jedoch die Freude. Mit einem Feinstaubfilter wie dem tesa Clean Air kann auch dieses Gegenargument entkräftet werden. Der Filter lies sich unkompliziert anbringen und behinderte die Arbeitsweise des Druckers nicht. Nicht so gut gefallen hat uns jedoch der Abstand zwischen Gehäuse und Filter, durch den ungereinigte Luft problemlos entweichen kann. Diese Lücken können zwar mithilfe von Klebeband verschlossen werden, wirklich ausgereift erscheint das Produkt hierdurch jedoch nicht. Trotz guter Verarbeitung und leichter Montage können wir aufgrund dieser Schwäche leider keine Empfehlung für den Filter aussprechen.
 

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Letzte Änderung am Sonntag, 24 Januar 2016 19:14
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Fabian Richter

Fabian Richter ist ein Technikverrückter der ersten Stunde. Die Kombination aus einem Studium der technischen Informatik mit der früheren Ausbildung zum Anlagenmechaniker ermöglicht ihm eine ganzheitliche Sicht auf nahezu alle Bereiche der Technik. In den letzten Jahren war er im Bereich der Hardwareentwicklung und der technischen PR tätig...

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