Fabian Richter
Fabian Richter ist ein Technikverrückter der ersten Stunde. Die Kombination aus einem Studium der technischen Informatik mit der früheren Ausbildung zum Anlagenmechaniker ermöglicht ihm eine ganzheitliche Sicht auf nahezu alle Bereiche der Technik. In den letzten Jahren war er im Bereich der Hardwareentwicklung und der technischen PR tätig...
Mittwoch, 18 März 2015 20:39

CeBIT 2015: Zu Besuch bei Z-WAVE Europe

Am Messestand von Z-WAVE-Europe tummelten sich die Z-WAVE Anbieter. Zu sehen gab es unzählige Sensoren und Aktoren von Unternehmen wie Fibaro, Zipato und Co.
 
Obwohl sich die Hardware teilweise stark ähnelte, unterschieden sich die Lösungen durch den Aufbau der Benutzeroberfläche und der damit verbundenen Usability. Während einen manche Bedienkonzepte mit Funktionen regelrecht überschütteten, waren andere funktionell auf das Nötigste reduziert. Besonders spannend fanden wir die Z-Wave-Eingabegeräte von MCO-HOME, welche an einem Nachbarstand gezeigt wurden. Deren „Schaltsysteme“ bestanden nicht wie gewohnt aus Kunststoff oder Metall, sondern aus einer berührungsempfindlichen Glasoberfläche. 
Auf der diesjährigen CeBIT will eQ-3 die nächste Homematic-Generation erstmals der Öffentlichkeit vorstellen. Die neue „homematic IP“-Plattform soll auf den Stärken von Homematic aufbauen, IPv6 unterstützen und per App auch von unterwegs steuerbar sein.
 
Das „homematic IP“-System soll im Sommer 2015 zuerst als Raumklima-Lösung verfügbar sein und sieben neue Komponenten umfassen. Die Geräte sollen auch zusammen mit bestehenden Homematic Komponenten an der CCU2-Zentrale betrieben werden können. Die Kompatibilität der Lösungen und eine besonders einfache Integration sind somit sichergestellt. Weitere Informationen gibt es auf der zugehörigen homematic IP“ Webseite.
 
Bei unserem Besuch auf dem IFA-2015- InLine-Messestand wurde uns der Prototyp eines mobilen Bluetooth-Soundsystems vorgestellt, welches uns bereits im Messelärm durch sein klangliches Durchsetzungsvermögen begeisterte. Das finale Produkt haben wir nun ausgiebig getestet.
 

Lieferumfang

Bereits vor dem eigentlichen Auspacken fiel die wirklich hochwertige, mattschwarze Verpackung auf. Denn diese erinnert mehr an ein übergroßes Schmuck-Etui, als an eine Umverpackung für ein Soundsystem. Die wichtigsten Daten finden sich auf einem Pappschuber. Ist dieser entfernt, kommt das massive Etui zum Vorschein, welches das System hervorragend vor Transportschäden schützt. 
 
Das InLine WooMe wird zusammen mit einer Schutztasche, einem Micro-USB-Kabel und einem Audiokabel geliefert. Eine Bedienungsanleitung liegt natürlich auch bei. Neben dem aus gebürstetem Aluminium gefertigtem Soundsystem, stechen vor allem die beigelegten Kabel sofort ins Auge. Denn diese besitzen eine „Stoffummantelung“, welch sehr an Kabel aus den 30iger Jahren des letzten Jahrhunderts erinnert und wirklich edel wirkt.
Die Soundbar besteht zum Großteil aus massivem, gebürstetem Aluminium. Auf der Vorderseite deckt ein grau lackiertes Gitter die Lautsprecher ab. Die Oberseite stellt die nötigen Bedienelemente und einen Mikro-USB-Anschluss zur Verfügung. Wirklich auffällig sind jedoch die seitlich angebrachten Passivkalotten, welche man sonst nur von Sound-Kraftprotzen wie dem EDIFIER S730Dkennt. Nicht zu sehen, aber aufgrund des Gesamtgewichtes von 800 Gramm zu fühlen, ist der eingebaute Lithium-Polymer-Akku.

Stromversorgung

Die Soundbar wird bereits vorgeladen ausgeliefert. Da als Stromspender ein Lithium-Polymer-Akku zum Einsatz kommt, kann dieser bei Bedarf sofort nachgeladen werden. Einen Memory-Effekt muss man bei dieser Akku-Technologie nicht befürchten. Soll das Soundsystem aber für längere Zeit nicht genutzt werden, empfehlen wir, dieses vorher vollständig aufzuladen. Dies verlängert die Lebensdauer des Akkus um ein Vielfaches und stellt die Einsatzbereitschaft des Soundsystems sicher. Nachgeladen wird mithilfe des mitgelieferten Mikro-USB-Kabels. Auf dieses sollte aber besonders gut aufgepasst werden. Denn der Stecker des Kabels ist ca. 1-2mm länger als der eines handelsüblichen Modells. Nötig wird dies, da sich die Ladebuchse tiefer als üblich im Gerät befindet. Als Stromversorger kann jeder beliebige USB-Anschluss benutzt werden. Wir empfehlen jedoch ein USB-Ladegerät mit einer Ausgangsleistung von 10Watt (5V/2A). Mit einem solchen Netzteil war der vollständig entleerte Soundsystemakku nach knapp vier Stunden wieder voll aufgeladen. Die maximale Leistungsaufnahme beim Laden lag bei durchschnittlich 9,2 Watt – mit einem normalen USB-Port (5V/0,5A/2,5W) wäre der Akku also nach knapp 16 Stunden voll aufgeladen. Während der Ladezeit sollte das Soundsystem ausgeschaltet bleiben.
 

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit testeten wir bei einem Lautstärkelevel von 75% und einem Sender-Empfängerabstand von rund 3m. Bei diesem Testaufbau reichte die Akkukapazität für rund 17 Stunden Musik und Hörspielwiedergabe. Neben der Lautstärke beeinflusst natürlich auch die Musikrichtung und die Umgebungslufttemperatur die Akkulaufzeit. Geht der Akku zur Neige, macht sich das kleine Soundsystem durch einen regelmäßig wiederkehrenden Signalton und die schnell blinkende Status-LED bemerkbar. 
 
 

Bluetoothverbindung

Die Inbetriebnahme ging sowohl unter Windows 7 als auch unter Android 5.0 schnell und unkompliziert von der Hand. Einfach nach Bluetoothgeräten suchen und das X07-Soundsystem auswählen. Der Rest wird automatisch vom jeweiligen Betriebssystem eingestellt. Unsere Testgeräte verfügten genauso wie das WooME über eine Bluetooth 4.0 – Schnittstelle. Da dieser Standard nicht zu jeder Bluetooth-Version abwärts kompatibel ist, sollte man sich vorher erkundigen, ob sich das eigene Abspielgerät mit Bluetooth 4.0 Geräten versteht. Die maximale Reichweite lag im Test bei rund 5 Metern. Ob an dieser Stelle das genutzte Smartphone oder das Soundsystem der limitierende Faktor ist, können wir leider nicht sagen. InLine gibt die Reichweite mit maximal 20 Metern an.
 

Einrichten unter Android  

Einrichten unter Windows

AUX-Eingang

Auch bluetoothlose Geräte müssen nicht auf die Zusammenarbeit mit dem WooMe verzichten. Hierfür bietet der kleine Kraftprotz einen 3,5mm Klinkenanschluss, über den Smartphones, Tablets oder andere Abspielgeräte angeschlossen werden können. Verfügt das Abspielgerät über eine 3,5mm Klinkenbuchse, kann das mitgelieferte AUX-Klinkenkabel für den Anschluss benutzt werden. Kommt ein betagter CD- oder DVD-Spieler zum Einsatz, muss zu einem Chinch auf 3,5mm Klinkenstecker-Kabel gegriffen werden.

Soundqualität

Die WooMe Soundbar zeigte ein sehr dynamisches Klangbild mit erstaunlich viel Tiefgang. Dabei war der Bass nie aufdringlich und die Höhen jederzeit passend. Eine wirklich beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass die Soundbar nicht viel größer als eine 0,5-l-Coladose ist. Neben der Musikwiedergabe konnte das kleine System auch bei der Wiedergabe von Filmen und Hörbüchern glänzen. Besonders die kräftige, detailreiche Stimmenwiedergabe konnte hier überzeugen. Voll aufdrehen sollte man das System jedoch nicht. Bis 90-95% bleibt das Klangbild frei von Störgeräuschen, danach war stellenweise und nicht reproduzierbar, ein ganz leises Knarzen im Hochtonbereich zu hören. Dies war nicht wirklich störend, stach aber aus dem ansonsten tadellosen Klangbild heraus. Wie kraftvoll das System arbeitet, zeigten die in das Gehäuse eingelassenen Passivkalotten. 
 

3D-Sound

Neben der Stereo-Wiedergabe besitzt das Gerät auch einen 3D-Sound-Modus, welcher eine Art Raumklang erzeugt. Je nach Musikrichtung und Aufstellort kam der Effekt mal mehr und mal weniger gut zur Geltung. Vor allem Liebhaber von elektronischer Musik sollten aber ihren Spaß daran haben. Aktiviert wird der Effekt, indem beide Lautstärketasten gleichzeitig betätigt werden.
 

Freisprechfunktion

Praktisch am WooMe ist die integrierte Freisprechanlage. Diese konnte im Test jedoch nicht vollends überzeugen. Die Tonausgabe war zwar gewohnt gut, die Mikrofonempfindlichkeit jedoch vergleichsweise gering. Selbst bei geringem Abstand zum Mikrofon war die Aufnahmelautstärke sehr leise.
 

Fazit: Was bleibt zu sagen?

Das kleine InLine Woomesieht nicht nur gut aus, es liefert vor allem ein wirklich ausgewogenes und kräftiges Klangbild. Uns überzeugte es zudem durch seine tolle Haptik, die lange Akkulaufzeit und durch das wirklich hochwertige Zubehör. Einzig die Leistung des integrierten Mikrofons konnte uns nicht überzeugen. Das WooMe eignet sich aus unserer Sicht nicht nur als mobiler Reisebegleiter. Vor allem Tabletbesitzern bietet das kleine Drahtlossystem die Möglichkeit, nicht nur das Gesehene, sondern auch das Gehörte genießen zu können. In Zeiten von Amazon Prime, Netflix oder Maxdome eine echte Bereicherung. Die gezeigte Leistung honorieren wir mit unserem Approved-Award.
 
 
Smarthelpers Approved-Award
 

Mittwoch, 25 Februar 2015 16:00

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In diesem Teil unserer HomeMatic-Themenreihe dreht sich alles um das Themengebiet „Heizen und Energiesparen“. Da viele der in diesem Teil benutzen Komponenten bereits vorgestellt wurden, können wir diesesmal den Praxis- und den Programmteil in einem Artikel zusammenfassen.
 
Im ersten Abschnitt stellen wir die zum Einsatz kommenden HomeMatic Komponenten vor. Im zweiten und größeren Abschnitt folgen Programmbeispiele, welche 1 zu 1 übernommen oder angepasst werden können.
 
Tipp: Wir nutzen ein eigenes, innovatives Artikelkonzept. Damit Ihnen nichts entgeht, haben wir einen kleinen Artikelwegweiser für Sie verfasst. Viel Spaß beim Lesen!
 

HomeMatic Heizkörperthermostat

Ein Heizkörperthermostat darf bei der Heizungsregelung natürlich nicht fehlen. Ähnlich wie bei klassischen, mit Dehnstoff gefüllten Thermostaten, regelt auch die elektrische HomeMatic Thermostatvariante den Wasserdurchfluss zum Heizkörper. Die Verstellung des Ventils erfolgt jedoch nicht über sich ausdehnende Gase oder Flüssigkeiten, sondern über ein in das Thermostat integriertes Getriebe, welches von einem kleinen Motor angetrieben wird. Die Stromversorgung wird über zwei LR-6 Batterien gewährleistet, welche für rund 1,5 Jahre Strom liefern sollen.
 
Im Auslieferungszustand ist eine Verschraubung für den weitverbreiteten Heimeier-Anschluss bereits vormontiert. Für Ventile von Danfoss, Oventrop und Co. liegen verschiedene Anschlussadapter dem Lieferumfang bei. Die beiliegende Bedienungsanleitung erläutert sehr leicht verständlich, welcher Adapter für welchen Anschluss geeignet ist. Bei Zuhilfenahme von passendem Werkzeug ist die Montage des neuen Heizkörperthermostats in wenigen Augenblicken erledigt. Besonders Mieter sollten vorab daran denken, dass die bestehenden Thermostate beim Auszug aus der Wohnung wieder montiert werden müssen. Der schnelle Griff zur Rohrzange ist dann nicht die beste Lösung, da diese die Oberfläche der Thermostate beschädigen kann. Besser ist es, zu einer sogenannten „Armaturenzange“ zu greifen. Ist eine solche Zange nicht vorhanden oder die Anschaffung zu teuer, kann ein um die Verschraubung gelegtes Stoffstück vor tiefen Kratzern schützen. Bei einigen Ventilvarianten ist der Einsatz einer Zange aber gar nicht nötig. Hier reicht der Griff zum Schraubendreher, um die Halterung zu lockern. Wird kein Adapter benötigt, kann der neue HomeMatic-Thermostat einfach aufgesteckt und durch Aufdrehen der Überwurfmutter befestigt werden. Werkzeug wird hierfür in der Regel nicht benötigt. Einfach die Metallverschraubung mit der Hand anzuziehen, bis das Thermostat festsitzt. Kommt ein Adapter zum Einsatz, sollte auch mit dem Schraubendreher nicht zu viel Kraft investiert werden, damit der Kunststoffadapter nicht beschädigt wird. Das Anlernen gestaltet sich wie gewohnt. Den Anlernmodus der Zentrale starten und innerhalb von 60 Sekunden die mittlere Taste des Thermostats solange drücken, bis kurz die Buchstaben AC erscheinen. Danach findet man den Thermostat im Posteingang. Ist die Anzahl der anzulernenden Thermostate überschaubar, bietet es sich an, die Thermostate nach und nach anzulernen. Wird eine große Anzahl an Geräten angelernt, sollte die jeweilige Thermostatseriennummer und der dazugehörige Raum notiert werden. Hierdurch fällt die Zuordnung beim „Beschriften“ der Bauteile im Gerätemanager leichter. Die richtige Beschriftung der Thermostate beschleunigt die spätere Einrichtung erheblich. Genau diese Zuordnung ist wichtig, wenn der Heizkörperthermostat mit einem Raumtemperaturregler, einem anderen Thermostat oder auch mit einem Fenstersensor zusammenarbeiten soll. Denn dann müssen diese Komponenten in sogenannten Gruppen zusammengefasst werden. Diese Gruppen erleichtern die Einrichtung einer vernetzen Heizungssteuerung erheblich, da alle verfügbaren Funktionen der verschiedenen Geräte über ein „Gruppenmenü“ abgerufen und zentral eingestellt werden können. Werden also beispielsweise zwei Thermostate zusammengefasst, wird die an einem Thermostat eingestellte Raumtemperatur automatisch beim zweiten Thermostat übernommen. Kommt noch ein Fenstersensor dazu, werden die Thermostatventile automatisch geschlossen, sobald ein Fenster geöffnet wird. Damit die gewählten Einstellungen auch bei schlechter Beleuchtung sichtbar sind, verfügt das eingebaute Display über eine Beleuchtung. Soll das Aufheizen des Raumes beschleunigt werden, kann dies mithilfe der „Boost-Taste“ mit einem Tastendruck erledigt werden.
 

HomeMatic Funk-Wandthermostat

Besonders praktisch fanden wir den Wandtemperatursensor. Wurde dieser in eine Gruppe aufgenommen, konnten die gewünschten Einstellungen von einem zentralen Punkt aus gesteuert werden. Dazu kommt, dass der Sensor nicht nur die Temperatur, sondern auch die Luftfeuchtigkeit ermittelt. Dies macht den kleinen schicken Sensor zu einem idealen Kandidaten fürs Bad. Im Gegensatz zum Thermostat verfügt der Wandtemperatursensor leider über keine Hintergrundbeleuchtung. Die Montage ist denkbar einfach und deckungsgleich zur Montage der bereits vorgestellten HomeMatic Wandtaster. Je nach Wunsch kann der Wandsensor entweder mithilfe von doppelseitigem Klebeband oder mit Schrauben an der Wand befestigt werden. Das benötigte Montagematerial ist bereits im Lieferumfang enthalten. Beim Anlernen kann genauso verfahren werden, wie bei den Heizkörperthermostaten. Den Anlernmodus der Zentrale starten und innerhalb von 60 Sekunden die mittlere Taste des Bedienteils solange drücken, bis „AC“ angezeigt wird. Danach findet sich der Thermostat im Posteingang. Auch hier sollte das Gerät sofort im Gerätemanager umbenannt werden. Da sich dieses Wandthermostat besonders gut für die moderne Heizungsregelung eignet, sollte auch hier eine Gruppe angelegt, bzw. der Sensor in eine bestehende Gruppe aufgenommen werden.

Außentemperatur und Feuchtesensor

Wie es der Name bereits vermuten lässt, eignet sich der spritzwassergeschützte HomeMatic Außentemperatur- und Feuchtesensor vor allem für Messungen im Außenbereich. Das Gehäuse besteht aus silberfarben lackiertem Kunststoff – der Temperaturmessbereich liegt zwischen -20°C und +80°C. Neben dem Sensor liegen noch zwei LR-6 Batterien dem Lieferumfang bei – Befestigungsmaterial leider nicht. Die Montage geht schnell von der Hand. Zuerst muss der Haltesockel mit etwas Kraftaufwand vom Sensorgehäuse abgezogen werden. Danach kann dieser an die gewünschte Stelle der Wand montiert werden. Diese Stelle sollte wettergeschützt sein. Für die Befestigung eignet sich ein 5-mm-Dübel mit einer passenden Schraube – beides liegt nicht dem Lieferumfang bei und muss vorher besorgt werden. Vor der Montage sollten praktischerweise die zwei LR-6 Batterien eingelegt werden. Sind die Stromspender im Gerät verstaut, kann dieses an die Basis angelernt werden. Der Außensensor kann natürlich auch innen angebracht werden und dort für Vergleichsmessungen verwendet werden. Dies kann hilfreich sein, wenn eine zusätzliche Feuchtesensor/Schaltaktor-Kombination im Bad dafür verwendet wird, um bei zu hoher Luftfeuchtigkeit einen Lüfter anschalten zu können. Wäre in diesem Fall die Luftfeuchtigkeit der Ansaugluft genauso hoch wie im Flur, in der nun der Außensensor die Werte misst, würde das Anschalten des Lüfters wenig Sinn machen. Dann kann das automatische Einschalten der Heizung oder ein elektrischer Luftentfeuchter wie der Duracraft DD-TEC10NE beim Trocknen helfen.
 
Nützlich sind die externen Wetterdaten auch dann, wenn die Rollläden mit HomeMatic-Aktoren gesteuert werden. Ganz automatisch können dann die Rollläden im Sommer Schatten spenden, oder im Winter vor tiefen Temperaturen schützen.
 

Optischer HomeMatic Funk-Tür-/Fensterkontakt

Der optische HomeMatic Tür- und Fensterkontakt wurde erst vor wenigen Monaten vorgestellt. Dieser nutzt Infrarotlicht und einen Fotosensor, um eine Tür oder ein Fenster zu überwachen. Hierdurch wird kein zusätzlicher Magnet benötigt, was den Montageaufwand gegenüber der alten Version halbiert. Ein weiterer großer Unterschied liegt in der Wahl der Stromquelle. Anstatt der bisher benötigten Knopfzellen, kommt nun eine LR03-Batterie zu Einsatz. Durch die LR03-Batterie musste das Gehäuse zwar um einige Zentimeter verlängert werden, der praktische Nutzen wiegt dies jedoch locker wieder auf. Neu sind auch die zwei mitgelieferten Gehäuseblenden in Weiß und Braun. Das Anlernen geht wie gewohnt vonstatten. Auch die Montage ist einfach. Bei glatten Oberflächen kann das mitgelieferte doppelseitige Klebeband zum Einsatz kommen. Hält dieses nicht, können auch zwei kleine Schräubchen für festen Halt sorgen. Der optische Sensor eignet sich vor allem für Türen mit dickem Türblatt. Ist das Türblatt zu dünn, kann der optische Sensor dieses nicht erkennen. An dieser Stelle würde ein Kunststoffteil helfen, welches das Türblatt im Bereich des Sensors etwas verstärkt. Leider ist ein solches Teil momentan nicht verfügbar, weshalb die meisten Metalltüren nicht ohne Weiteres durch diesen Sensor geschützt werden können. Da klassische Reed-Kontakt-Sensoren bei Metalltüren nur sehr schlecht funktionieren, hoffen wir, dass das benötigte Kunststoffteil alsbald verfügbar sein wird. Ist das Türblatt aber dick genug, funktioniert der Sensor erstaunlich gut.

Von der Heizungsregelung zur Heizungsautomation

Nachdem wir die wichtigsten Komponenten für die Heizungsautomation vorgestellt haben, wollen wir uns nun mit deren Einrichtung über die CCU-2 beschäftigen. Im Gegensatz zu den anderen Themengebieten, bei denen viele Programme benötigt wurden, kann die grundlegende Heizungsregelung mit wenigen Klicks eingerichtet werden. Erst danach werden wir mit kleinen Programmen die Heizungsregelung noch ein wenig optimieren. 

Das Heizprogramm

Den Großteil der Arbeit für das Erstellen eines „Heizprogrammes“ haben wir mit dem Anlegen der Wohnzimmergruppe bereits erledigt. Damit wir die Gruppe später leichter zuordnen können, geben wir dieser zuerst einen Namen. Über diese Gruppe stellen wir nun das gewünschte Regelverhalten für unser „Beispiel-Wohnzimmer“ ein. Die Auswahl an Optionen ist von HomeMatic gut gewählt und leicht verständlich. Damit auch bei längerer Abwesenheit im Winter kein Schaden an der Heizungsanlage entsteht, sollte die minimale Temperatur auf 5°C gestellt werden. Dies entspricht in etwa der „Sternchen-Einstellung“ bei einem herkömmlichen Thermostat und verhindert das Vereisen von Heizkörpern und Rohren. Wurden alle Einstellungen getroffen, ist die Einrichtung bereits abgeschlossen. Sollte ein Tür/Fenstersensor in die Gruppe aufgenommen worden sein, werden die Thermostate automatisch geschlossen, sobald gelüftet wird.
 

Heizungsregelung mit Anwesenheitskontrolle

Heizprogramme sind zwar eine feine Sache um Energie einzusparen, da sich unser Tagesablauf jedoch nicht jeden Tag gleich abspielt, kann die Heizung mitunter auch mal ohne Grund arbeiten. Damit dies nicht so ist, werden wir nun die Heizung mit der Alarmanlage koppeln. Sobald dann das Haus gesichert ist, wird die Raumtemperatur aller Räume automatisch auf 17°C abgesenkt. Dies hilft beim Energiesparen und verhindert gleichzeitig ein zu starkes Auskühlen der Wohnung. In einem zweiten Programm sorgen wir nun dafür, dass die Heizung wieder anspringt, sobald man wieder Zuhause ist. Damit das Aufheizen besonders schnell geht, aktiviert das Programm zusätzlich den Boost-Modus. Tipp: Ist keine Alarmfunktion eingerichtet, kann auch ein HomeMatic-Taster oder eine Fernbedienung anstelle der Alarm-Systemvariablen zum An- und Abschalten der Heizungsabsenkung genutzt werden.

Regelverhalten

Das Regelverhalten der Heizkörperthermostate in Verbindung mit dem Wandtemperatursensor konnte überzeugen. Im Gegensatz zu den normalerweise zum Einsatz kommenden klassischen Thermostaten war das geänderte Regelverhalten deutlich spürbar. Die maximal gemessene Temperaturabweichung bei der von uns benutzen HomeMatic-Geräte-Kombination lag bei 0,7°C. Im Durchschnitt lag die Abweichung jedoch bei lediglich 0,2°C. Ein sehr gutes Ergebnis, welches sich deutlich vom Regelverhalten klassischer Thermostate abhebt. Denn mit diesen lag die maximale Abweichung bei 3°C. Dies führte dazu, dass sich der Raum mal zu kalt und dann wieder zu warm anfühlte. Mit der HomeMatic-Regelung ist keinerlei Temperaturschwankung spürbar.

Temperaturüberwachung per Diagramm

Das eben gezeigte Beispiel ist natürlich nur eine denkbare Lösung von vielen. Die Diagramm-Funktion der CCU-2 sollte sich aber jeder einmal ansehen. Denn richtig eingesetzt können solche Diagramme längerfristig beim Energiesparen helfen. In unserem Beispieldiagramm überwachen wir hierfür die Raumtemperatur unseres „Testwohnzimmers“. Stellen wir nun beispielsweise fest, dass die Temperatur zu gewissen Zeiten zu hoch oder zu tief war, können wir die Raumregelung dahin gehend optimieren. Das Anlegen eines solchen Diagramms ist sehr einfach. Auch das Anzeigen eines angelegten Diagramms geht leicht von der Hand. Dort angezeigte Daten können sogar als csv-Datei exportiert werden.

Fazit: Was bleibt zu sagen?

Auch dieses Mal zeigten sich die HomeMatic Komponenten als gut durchdacht und verarbeitet. Die Einrichtung einer Heizungs-Raumregelung ging, dank der Möglichkeit Gruppen bilden zu können, besonders einfach von der Hand. Kombiniert man die Möglichkeiten dieser Gruppen mit anderen HomeMatic-Funktionen, kommt Automationsfeeling auf. Das Auswerten von Heizungsdaten per Diagramm über die CCU-2 Weboberfläche kann außerdem dabei helfen, Energiekosten zu senken und den Komfort weiter zu steigern.